Mittwoch, 24. März 2010
Main-Echo, Dienstag, 8.April 2008
Altes Rücker Zensurenbuch stößt auf reges Interesse
Heimatverein: 17 Neuzugänge im vergangenen Jahr
25 Jahre Treue: Vorsitzender Stefan Weigand (rechts) ehrt Wilfried Hamann, Marianne Otter und Volker Vill (von links) bei der Jahresversammlung des Heimat- und Museumsvereins Elsenfeld. Birgit Kuhn

Elsenfeld Das alte Rücker Zensurenbuch mit 550 Namen aus den Jahren 1858 bis 1908 stößt auf reges Interesse. 37 Bürger haben bereits Abschriften daraus erworben. Ein noch älteres Buch aus dem Jahr 1750 soll ebenfalls lesbar gemacht werden. Dies wurde bei der Jahresversammlung des Heimat- und Museumsvereins (HMV) im Bürgerzentrum bekannt. Erfreulich ist laut Vorsitzendem Stefan Weigand die Steigerung der Mitgliederzahlen: Zwei Austritten und drei Todesfällen stehen 17 Neuzugänge gegenüber. Marianne Otter, Willi Schönig, Volker Vill und Wilfried Hamann wurden für 25 Jahre Treue zum Verein geehrt. In seinem bebilderten Rückblick erinnerte Waigand an die Renovierung des Bubenkreuzes und die Segnung der Nepomukstatue.
Stegmann-Haus wird abgerissen Das alte Stegmann-Haus in Schippach wird abgerissen, der Torbogen bleibt erhalten. Mitglieder stellten daraus eine Türe und ein handgeschmiedetes Schloss sicher. Bei einer Wanderung nach Hofstetten führte Pfarrer Jürgen Arlt durch seine Kirche. 150 Personen beteiligten sich an der Grenzwanderung am 29. Dezember mit Joachim Oberle. Der langjährige Vorsitzende Wilfried Hamann bekam im Januar 2008 das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten. Besonders verdient gemacht hat er sich mit der Archivierung sämtlicher Ausstellungsstücke des Museums und mit der Rückholung Elsenfelder Exponate aus den Staatsmuseen.
Zwei Museumsführungen mit Joachim Oberle für junge Familien mit Kindern kamen gut an, man gewann dabei zehn neue Mitglieder. Eine Fackelwanderung mit 20 Kindern und einigen Eltern im Februar hatte den Bunker von Theo Reuß zum Ziel. Ein Kindergeburtstag im Museum betreute Wilfried Hamann. Der Sonderausstellung "Schule einst, heute, morgen" lag die Sammlung von Volker Vill zugrunde. Sie wurde für den Ostermarkt 2008 geordnet und ergänzt.
1212 Besucher hatte das Museum 2007 insgesamt, 424 weniger als im Vorjahr, was auf schlechtes Wetter an den Öffnungstagen zurückgeführt wird. Beim Ostermarkt 2008 kamen 767 Interessierte. Größere Ausgaben vermeldete Ingrid Ballmann für die Museumsausstattung, das Bubenkreuz, den Kulturweg und den Ehrenabend. Die Versammlung stimmte einer Beitragserhöhung zu, Kinder sind im Familienbeitrag kostenfrei.
Digitale Bildstock-Karte Spessartbund-Vorsitzender Dr. Gerrit Himmelsbach referierte über den Mainlimes von der Antike bis in die Gegenwart. Themen waren der Main als Grenze, die diesseitigen Auswirkungen der 170 Jahre dauernden römischen Herrschaft und Kultur auf der anderen Mainseite. Die Bedeutung Elsenfelds im Netz frühgeschichtlicher Handelswege sei noch zu erforschen.
Geplante Vorhaben für 2008: Das beschädigte und hergerichtete Obere Bild in Eichelsbach wird wieder aufgestellt. Eine digitale Karte mit allen Elsenfelder Bildstöcken wird angefertigt. In Schippach sollen der Bildstock des Heiligen Pascal an der Piuskirche und der Markierungsstein zur Verlegung der Elsava restauriert werden. Vor Ort wollen sich Mitglieder ein Bild zum Oberschippacher Brunnen machen, wo schwierige Wasser- und Eigentumsrechte gelten.
Wo war Mainhausens Gemarkung? Eine Sonderausstellung aus der Sammlung römischer Funde von Johannes Hof wird die Keramik zum Thema haben. Angeboten werden Aktionen für Kinder im Herbst und eine Führung durch Obernburg im November. Am 20. April geht es ab 13.30 Uhr zusammen mit dem Heimatverein Obernburg auf eine Grenzwanderung anlässlich der Aufteilung der Mainhausener Gemarkung vor 175 Jahren. Birgit Kuhn
