Mittwoch, 24. März 2010
Main-Echo 16.5.90
Alter Rücker Backofen ein Werk fleißiger Hände
E I s e n f e l d. Bis tief in die Nacht hinein feierten die Rücker die Weihe des altehrwürdigen Backofens. Der Heimat und Museumsverein und die benachbarten Kühgäßler hatten den vergangenen Sonntag zu einem wahren Freudentag für den Elsenfelder Ortsteil gestaltet, an dem ein Stück Rücker Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes »brandheiß« wiederauflebte. Aus dem wiedererrichteten Miltenbergerschen Backhäuschen strömte nämlich der unvergessliche Duft frischgebackenen Bauernbrotes.
Vorsitzender Manfred Otter brachte die Freude des Heimat- und Museumsvereins, aber auch der Rücker Einwohner zum Ausdruck. Immerhin hatten sie mitgeholfen, dass der Backofen beim Abriss des Gebäudevorgängers der Sparkassenzweigstelle Rück nicht dem Erdboden gleichgemacht wurde. Spenden zahlreicher Firmen, Erlöse des Kühgassenfestes und von Kerbclub-Festen sowie Mittel aus den Kassen des Heimat- und Museumsvereins sowie der Marktgemeinde waren unverzichtbare Bausteine für den Wiederaufbau. Allerdings: Geld allein genügt nicht. Erforderlich waren ungezählte Stunden schwerer Arbeit. Die Mitglieder des Heimat- und Museumsvereins waren unermüdlich bei der Sache, galt es doch ein Prunkstück heimatlicher Lebensweise zu sichern. Stellvertretend nannte Otter den ehemaligen Vorsitzenden des Heimat- und Museumsvereins, Josef Heichele, und Polier Reinhard Horlebein, dank dessen Fachwissen die Funktionstüchtigkeit des Backofens wiederhergestellt worden ist. Runde 12000 Mark haben die Versetzung und die Instandsetzung des Backhauses gekostet. Dazu kommen die 600 Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder und der Kühgäßler als Ausdruck echter Heimatliebe. Auch der Markt Mönchberg steuerte einen sehr wesentlichen Teil zum Wiederaufbau bei: die Dachziegel. Sie stammen vom Abbruch eines Nebengebäudes am alten Rathaus in Mönchberg. Pater Wilhelm Kley spendete am Sonntag früh den kirchlichen Segen für das gelungene Gemeinschaftswerk. Landrat Roland Schwing und Bürgermeister Franz Fischer werteten den Erhalt und den Wiederaufbau als Zeugnis bodenständiger Verbundenheit der Bürger mit der dörflichen Tradition. Sparkassendirektor Theo Harnischmacher berichtete, dass dieses Geldinstitut gerne seinen Beitrag dazu geleistet habe.
